Trauma allgemein
Jeder trägt seinen Rucksack!
Definition: Ein psychisches Trauma entsteht, wenn aus verschiedensten Gründen nicht möglich ist, auf eine Belastung adäquat zu reagieren. Eine Belastung besteht aus einem Erlebnis, das verstärkte emotionale und körperliche Reaktionen auslöst und dadurch zum Handeln zwingt. Dies kann ein einfacher Sturz eine überraschende Begegnung sein, aber auch alle Steigerungsformen von Gewalt bis zum lebensbedrohenden Ereignis gehören dazu.
Der Organismus verlangt in so einer Situation kategorisch nach einer Reaktion, die normalerweise entweder aus Kampf, sich der Situation stellen, oder aus Flucht besteht. Ist beides nicht möglich, so ist das Ereignis traumatisch. Mit Leugnen oder Verdrängen setzen wir uns im Falle der Ohnmacht reflexartig zur Wehr, damit das Ereignis einigermassen erträglich wird. Die durch starke Emotionen geweckte Energie kann nicht angewendet werden, sie wird im Körper blockiert und bewirkt neuronale Veränderungen, welche sich noch nach Jahrzehnten auswirken können.
Lösung: Diese blockierte Energie muss wieder in Fluss gebracht, bezw. der entstandene neuronale Schaltkreis wieder abgebaut werden. Dies geschieht beispielsweise durch “Somatic Experiencing” nach Peter Levine. Das Durcharbeiten und Integrieren des Traumas darf dabei aber nicht vernachlässigt werden. Kurzinterventionen können nur begleitend eine Beschleunigung der Veränderung unterstützen oder bei dringenden Umständen wie Prüfungen, Vorstellungsgesprächen, etc. überbrückend unterstützen. Wiederherstellung oder der Aufbau eines neuen Selbstverständnisses gehören zwingend ebenfalls zum Prozess. Dies braucht Zeit und Geduld.
Waren psychotische oder selbstgefährdende Zustände oder schwere Persönlichkeitsstörungen die Folge, so gehört dies nicht in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich empfehle dann psychiatrische Betreuung.